Gotische Fresken, Wiege der Amischen

Erlenbach im Simmental

Die romanische Kirche von Erlenbach, seit 1228 bezeugt, bewahrt Wandmalereien vom 14.-16. Jahrhundert; Amish-Gründer Jakob Amman wurde dort 1644 geboren.

Abgeleitete Illustration, von Swiss Highlights aus einer frei lizenzierten Fotografie erstellt.

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Erlenbach im Simmental ist eine Gemeinde im Kanton Bern, im Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental. Ihre Kirche, urkundlich seit 1228 erwähnt, geht baulich auf die romanische Zeit, das 11. und 12. Jahrhundert, zurück. Bekannt ist sie vor allem für ihre Innenausstattung: Wandmalereien, die vom späten 14. über das 15. bis ins frühe 16. Jahrhundert reichen und als aussergewöhnliches Bilderbe der Spätgotik gelten.

Diese Malereien wurden zur Reformationszeit, 1527 und 1528, übertüncht — ein Eingriff, der sie paradoxerweise bis zu einer ersten Restaurierung 1931-32 bewahrte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewann die Musik in den bernischen reformierten Kirchen wieder an Bedeutung: 1812 baute der Berner Orgelbauer Johannes Stölli (1760-1833) aus Habstetten für Erlenbach eine Orgel, deren Gehäuse bis heute erhalten ist; das Instrument wurde 1966-67 von der Orgelbaufirma Kuhn restauriert und umgebaut.

Das Dorf ist Geburtsort von Jakob Amman, der dort 1644 geboren wurde und als Schweizer Reformator die kleine täuferische Bewegung der Amischen gründete.

Warum dieser Ort bemerkenswert ist

Erlenbach im Simmental verdankt seine Eigenart zwei für ein Berner Dorf dieser Grösse unverhältnismässigen Erbstücken: einer Kirche, deren spätgotische Wandmalereien, durch die zufällige Übertünchung zur Reformationszeit gerettet, zu den am besten erhaltenen Bilderzyklen der Region zählen, und der Geburt Jakob Ammans im Jahr 1644, dessen kleine reformierte Bewegung sich bis zu den Amischen-Gemeinden Nordamerikas ausbreiten sollte.

Geschichte und Ursprung

Die romanische Kirche von Erlenbach, urkundlich seit 1228 belegt, erhielt zwischen dem späten 14. und dem frühen 16. Jahrhundert einen Zyklus von Wandmalereien. Die Berner Reformation von 1527-28 liess sie übertünchen, was sie bis zu ihrer Freilegung bei einer Restaurierung 1931-32 schützte. Jakob Amman, 1644 im Dorf geboren, wuchs dort auf, bevor er die täuferische Bewegung der Amischen gründete.

Was man tun und sehen kann

  • In der bereits 1228 erwähnten romanischen Kirche den Zyklus von Wandmalereien vom ausgehenden 14. bis frühen 16. Jahrhundert entdecken, der durch eine während der Reformation aufgetragene Tünche gerettet und 1931-32 restauriert wurde.
  • Die 1812 von Johannes Stölli gebaute Orgel betrachten, deren Gehäuse erhalten ist und 1966-67 von der Orgelbaufirma Kuhn restauriert und wiederaufgebaut wurde.
  • Sich in diesem Berner Dorf an die Geburt Jakob Ammanns im Jahr 1644 erinnern, den Gründer der täuferischen Amischen-Bewegung.

Als Paar

  • Sich Zeit nehmen vor den gotischen Wandmalereien der Kirche, einem Ensemble, das der Zufall einer Tünche über Jahrhunderte bewahrt hat.
  • Wenn sich die Gelegenheit bietet, das 1812 gebaute und von der Orgelbaufirma Kuhn restaurierte Orgelgehäuse hören.
  • Erzählt euch beim Spaziergang durchs Dorf vom Schicksal Jakob Ammans, der hier 1644 geboren wurde, bevor er eine Bewegung gründete, die sich bis nach Nordamerika ausbreiten sollte.

Standort

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