Gletschersee · Zentralschweiz
Vierwaldstättersee
Ein Gletschersee der Zentralschweiz, 38 Kilometer lang und 214 Meter tief, in Becken gegliedert, die Engstellen abschnüren.
Der Vierwaldstättersee ist keine einzige Wasserfläche, sondern eine Folge von Becken unterschiedlicher Ausrichtung, durch Engstellen getrennt: die Nasen verbinden das Becken von Weggis mit jenem von Gersau, das 13 Kilometer lang ist. Das Ganze misst 38 Kilometer, bedeckt 114 km² auf 434 Metern über Meer und erreicht 214 Meter Tiefe. Ringsum schliessen die Gipfel den Horizont — der Pilatus auf 2129 Metern, die Rigi auf 1798 Metern, der Uri-Rotstock auf 2826 Metern, dessen Kalkwände senkrecht ins Wasser fallen.
Das Klima gilt hier im Vergleich zu den übrigen Schweizer Alpen als mild: Der See liegt im Schutz vor den Nordwinden, empfängt durch das Reusstal einen warmen, trockenen Föhn, und seine eigene Wassermasse dämpft die Ausschläge. Die Folge zeigt sich in Gersau, wo mediterrane Pflanzen und einige Palmen in den Hotelparks wachsen. Die Berge ringsum wechseln zwischen Kalk, Mergel und Flysch; am Westende tritt die harte Molasse des Mittellandes zutage.
Das Becken wurde vom Reussgletscher übertieft und nach dem Rückzug des Eises vor 12000 Jahren gefüllt; der Gletschergarten in Luzern bewahrt die Spuren. Die Ufer sind seit der Vorgeschichte bewohnt, und die Antike hinterliess hier römische Siedlungen; im Mittelalter wurde die Gegend zur Achse gegen den Gotthardpass, zwischen Deutschland und Italien, und Luzern zur Handelsstadt. Der Name kam später: Waldstätten bezeichnet die drei Urkantone — Uri, Schwyz und Unterwalden mit seinen Halbkantonen Obwalden und Nidwalden —, dazu Luzern; vor dem 16. Jahrhundert hiess der See schlicht Luzerner See. Auf dem Rütli, am Ufer, verlegt die Sage den Schwur von 1291.
Im 19. Jahrhundert zog der See Künstler von auswärts an: Ludwig Rellstab hörte 1832 im ersten Satz von Beethovens vierzehnter Klaviersonate einen Kahn im Mondschein auf diesem See, und Turner machte mehrere Bilder davon. Heute stammt ein Teil der Schiffe auf dem See aus dem frühen 20. Jahrhundert, zwei Zahnradbahnen steigen auf die Rigi und auf den Pilatus — dieser gilt als der steilste der Welt —, und der Weg der Schweiz führt rund um den See und bedient Rütli, Tellsplatte, Tellskapelle und Küssnacht. Ein weniger sichtbarer Teil dieser Geschichte liegt am Grund: 2800 Tonnen Munition wurden im Urnersee versenkt und 530 Tonnen im Becken von Gersau.
Warum dieser Ort bemerkenswert ist
Diesen See kennzeichnet seine Form: keine offene Fläche, sondern eine Folge von Becken, die an jeder Verengung die Achse wechseln, sodass kein Ufer das Ganze zeigt. Kalkwände stürzen direkt ins Wasser, der Uri-Rotstock steht 2826 Meter darüber, und doch halten der Schutz vor den Nordwinden und der Föhn aus dem Reusstal ein Klima, das in den Parks von Gersau Palmen zulässt.
Geschichte und Ursprung
Der See füllt eine vom Reussgletscher übertiefte Wanne; nach dem Rückzug des Eises vor 12000 Jahren füllte Wasser das Becken. Das Relief ringsum wechselt zwischen Kalk, Mergel und Flysch, und am Westende tritt die harte Molasse des Mittellandes zutage. Der heutige Name setzte sich erst nach dem 16. Jahrhundert durch, anstelle von «Luzerner See»: Waldstätten meint dabei Uri, Schwyz und Unterwalden, dazu Luzern.
Was man tun und sehen kann
- Der Nasen-Enge folgen, die das Weggiser Becken mit dem Gersauer Becken verbindet.
- Die Rütliwiese am Wasser erreichen, wo die Legende den Schwur von 1291 ansiedelt.
- Von Gersau aus die Palmen und mediterranen Pflanzen betrachten, die das geschützte Klima des Sees erlaubt.
- Dem Weg der Schweiz entlang des Sees folgen, vorbei am Rütli, an der Tellsplatte und an der Tellskapelle.
Als Paar
- Eine Fahrt mit dem Boot oder am Ufer entlang, um von einem Becken zum anderen zu wechseln, jedes mit eigener Ausrichtung.
- Die Rütliwiese, geprägt von der Legende des Schwurs von 1291.
- Die Kalksteinwände des Uri-Rotstocks, die direkt ins Wasser fallen, vom Ufer aus zu betrachten.
- Ein Halt in Gersau, wo das milde Klima des Sees Palmen in den Hotelgärten wachsen lässt.
Im See wurde Munition versenkt — 2800 Tonnen im Urnersee, 530 Tonnen im Becken von Gersau — und sie bildet eine mögliche Quelle von Verschmutzung.
Im See wurde Munition versenkt — 2800 Tonnen im Urnersee, 530 Tonnen im Gersauer Becken — eine mögliche Verschmutzungsquelle, auf die in den Warnhinweisen aufmerksam gemacht wird.
Standort
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