Gipfel · Obwalden–Bern
Titlis
Ein Gipfel von 3238 Metern zwischen Obwalden und Bern, dessen langer Kalkgrat über Engelberg im Norden steht.
Der Titlis trägt mit 3238 Metern den höchsten Punkt einer Kette der Urner Alpen, zwischen Engelberg im Norden und dem Gadmertal im Süden. Der Gipfel bildet einen langen, ost-west verlaufenden Kalkgrat. Nach Süden und Osten fällt der Berg in steilen Wänden ab; nach Westen verbindet ihn nur ein schmaler, schartiger Grat mit den Nachbargipfeln; allein die Nordseite senkt sich in mässigem Gefälle, unterbrochen von zwei grossen Terrassen. Dort steigt man hinauf, und der Blick reicht dann zu den Berner Alpen, ins Mittelland und in die Gegend des Vierwaldstättersees.
Der Berg gehört zur unverschobenen Kalksedimentdecke des Aarmassivs: Gestein, das am Rand der Tethys abgelagert wurde und liegen blieb, als sich die Alpen falteten. Ein Gletscher von 1,7 Quadratkilometern bedeckt die Gipfelregion — ein kleiner Alpengletscher, und einer, der wie die übrigen zurückgeht. Weiter unten im Nordosten öffnet der Jochpass auf 2222 Metern einen Durchgang. Der Gipfelgrat trennt Obwalden von Bern; Nidwalden berührt ihn nicht, besitzt aber die Hänge unterhalb des Gipfels.
Dieser Gipfel ist ein erschlossener Gipfel. Eine Seilbahn führt von Engelberg in vier Etappen — Gerschnialp, Trübsee, Stand — zum Klein Titlis auf 3020 Meter, unter einem Nebengipfel von 3061 Metern. Ihre letzte Sektion war laut der deutschsprachigen Enzyklopädie die erste der Welt mit drehenden Gondeln: zuerst nur der Boden, seit November 2014 die ganze Kabine mit einer vollen Umdrehung. Ein rund 100 Meter langer Steg, im Dezember 2012 auf 3041 Metern eröffnet, überquert einen 500 Meter abfallenden Hang; er ist durch einen 140 Meter langen Stollen erreichbar. Der zwischen 1979 und 1985 errichtete Richtstrahlturm wurde ab 2023 umgebaut und im Mai 2026 wiedereröffnet, mit Aussichtsplattform zuoberst und Restaurant darunter.
Warum dieser Ort bemerkenswert ist
Was den Titlis auszeichnet, ist nicht seine Höhe — 3238 Meter sind in den Alpen nichts Aussergewöhnliches —, sondern die Leichtigkeit, mit der sein Eis erreichbar ist. Eine sanfte Nordseite, zwei Terrassen, und schon liess sich eine Seilbahn bauen, deren Bergstation auf 3020 Metern steht: vom Talboden zum Gletscher, ohne einen Schritt zu gehen. Diese Erreichbarkeit hat den Ort gross gemacht und ist heute sein Widerspruch, denn der Gletscher von 1,7 Quadratkilometern, den man besuchen kommt, schrumpft Jahr für Jahr.
Geschichte und Ursprung
Der Name kommt von einem Menschen: Ein Dokument von 1435 schreibt Tutilinesberc, Tutilos Berg, daraus wurde Titlisberg und schliesslich Titlis; der Berg hiess auch Wendenstock oder Nollen. Über die Erstbesteigung sind sich die Quellen uneins — ein ungenannter Mönch des Klosters Engelberg 1739, eine Viererseilschaft 1744 oder die Mönche Ignatius Hess und Josef Eugen Wasser um 1740 — und der Gipfel gilt als der zweite über 3000 Meter, der in den Alpen bestiegen wurde, nach dem Rocciamelone. Die erste Winterbesteigung geht auf Professor Picard und Melchior Anderegg im Jahr 1866 zurück, die erste Skibesteigung auf Joseph Kuster und Willi Amrhein am 21. Januar 1904. Die Seilbahn erreichte den Klein Titlis im März 1967.
Was man tun und sehen kann
- Mit der Seilbahn hinauffahren, die den Nordhang in vier Etappen von Engelberg bis zum Klein Titlis auf 3020 Metern erklimmt.
- Die rund 100 Meter lange, im Dezember 2012 eröffnete Hängebrücke überqueren, die nach dem 140 Meter langen Tunnel einen 500 Meter abfallenden Hang überspannt.
- Den 1,7 Quadratkilometer großen Gletscher beobachten, der die Gipfelregion bedeckt, und sein langsames Schrumpfen.
- Vom Gipfel aus die Aussicht auf die Berner Alpen, das Mittelland und die Region des Vierwaldstättersees genießen.
Mit der Familie kommen: was zu wissen ist
- Die Süd- und Ostseite des Gipfels fällt in steilen Wänden ab, und die Hängebrücke überragt einen 500 Meter abfallenden Hang — in der Höhe ist Vorsicht geboten.
Als Paar
- Gemeinsam mit der Seilbahn zum Klein Titlis auf 3020 Metern hinauffahren.
- Nach dem Zugangstunnel die Hängebrücke überqueren, die einen 500 Meter abfallenden Hang überspannt.
- Den 1,7 Quadratkilometer großen Gletscher von der Gipfelregion aus beobachten.
- Vom Gipfel aus die Aussicht auf die Berner Alpen und den Vierwaldstättersee genießen.
Standort
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