Seeufer, Nobels Fabrik, Landeshymne
Bauen
Die ehemalige Gemeinde am Vierwaldstättersee ist Geburtsort des Komponisten der Schweizer Hymne und beherbergte eine 1871 von Nobel gegründete Dynamitfabrik.
Bauen ist eine ehemalige Gemeinde im Kanton Uri, die am 1. Januar 2021 mit Seedorf fusionierte und 2018 auf 3,78 Quadratkilometern 165 Einwohner zählte, eine Dichte von 49 Personen pro km2. Das Dorf liegt am Westufer des Urnersees, eines Arms des Vierwaldstättersees, am Fuss der Bauenstöcke; sein Gebiet grenzt im Norden und Westen an Seelisberg, im Osten an den See und im Süden an Isenthal, während der zwei Kilometer südöstlich gelegene Weiler Isleten auf dem Delta des Isenthalerbachs liegt. Die Lage am See und der häufige Föhn verleihen ihm ein ungewöhnlich mildes Klima, in dem Feigen und Palmen gedeihen.
1851 errichtete Carl Emanuel Müller auf dem Industriegelände Isleten eine Papierfabrik. Rund zwanzig Jahre später, um 1871, gründete der schwedische Chemiker Alfred Nobel, der Stifter des Nobelpreises, zusammen mit Karl Müller junior dort eine Dynamitfabrik auf Basis von Nitroglycerin: die elfte Fabrik dieser Art weltweit, die aufgrund eines exklusiven Vertrags die Eidgenossenschaft belieferte, insbesondere für den 1872 begonnenen Bau des Gotthardtunnels sowie für die Tunnel durch den Axen und im Urner Oberland. Die Fabrik beschäftigte in den beiden Weltkriegen bis zu 150 Arbeiter und stellte ab 1875 die von Nobel erfundene Sprenggelatine her, die um die Hälfte stärker wirkt als Dynamit; die Einwohnerzahl des Dorfes erreichte 1941, auf dem Höhepunkt dieser Tätigkeit, mit 208 ihren Gipfel und sank danach wieder. Die Sprengstoffproduktion in Isleten wurde 2003 eingestellt, nachdem die Fabrik zweimal den Besitzer gewechselt hatte.
Die im neoklassizistischen Stil errichtete Pfarrkirche St. Idda entstand zwischen 1808 und 1812; ein Denkmal von 1901 ehrt dort Pater Alberich Zwyssig, den Komponisten des Schweizerpsalms, der Landeshymne, der 1808 in Bauen geboren wurde und 1854 starb. Das Dorf bewahrt zahlreiche Holzhäuser, darunter jenes des Oberer Baumgarten, 1678 für den Ratsherrn Aschwanden erbaut. Das Wappen von Bauen, seit 1843 für das örtliche Schützenhaus verwendet, zeigt ein rot flammendes goldenes Hirschgeweih auf schwarzem Grund, ein Hinweis auf die Kirchenpatronin St. Ida von Toggenburg.
Warum dieser Ort bemerkenswert ist
Bauen verdankt seine Eigenart einem seltenen Kontrast: einem Seeklima, das mild genug für Feigen und Palmen ist, und, zwei Kilometer entfernt auf dem Delta des Isenthalerbachs, einer der allerersten Dynamitfabriken der Welt, um 1871 von Alfred Nobel selbst gegründet und vertraglich zur Belieferung des Gotthardtunnel-Baus verpflichtet. Das Dorf ist zudem Geburtsort von Pater Alberich Zwyssig, dem Komponisten des Schweizerpsalms, der zur Landeshymne wurde.
Geschichte und Ursprung
Auf dem Industriegelände Isleten wich eine 1851 eröffnete Papierfabrik um 1871 einer von Alfred Nobel und Karl Müller junior gegründeten Dynamitfabrik: der elften Fabrik dieser Art weltweit, die aufgrund eines exklusiven Vertrags die Eidgenossenschaft belieferte, zunächst für den 1872 begonnenen Gotthardtunnel, dann für die Tunnel durch den Axen und im Urner Oberland. Ab 1875 stellte sie zudem Nobels Erfindung, die Sprenggelatine, her. Die Sprengstoffproduktion dort endete erst 2003.
Was man tun und sehen kann
- Das besonders milde Klima des Seeufers beobachten, wo dank der Lage am See und dem Föhn Feigenbäume und Palmen gedeihen.
- Auf dem Delta des Isenthalerbachs, bei Isleten, den Standort der einstigen, um 1871 von Alfred Nobel gegründeten Dynamitfabrik entdecken.
- Die neuklassizistische Kirche St. Ida sehen, zwischen 1808 und 1812 erbaut, sowie das Denkmal von 1901 für Pater Alberich Zwyssig, den in Bauen geborenen Komponisten der Schweizer Nationalhymne.
- Die Holzhäuser des Dorfes suchen, darunter das 1678 errichtete Haus Oberer Baumgarten.
Mit der Familie kommen: was zu wissen ist
- Die mit Alfred Nobel verbundene Industriegeschichte und die hier entstandene Nationalhymne können als roter Faden dienen, um Kinder für das Dorf zu interessieren.
Als Paar
- Das milde Ufer des Vierwaldstättersees geniessen, dessen Klima mild genug für Feigenbäume und Palmen ist.
- Zum Weiler Isleten und seiner mit Alfred Nobel verbundenen Industriegeschichte gehen.
- Bei der Kirche St. Ida und dem Denkmal für den Komponisten des Schweizerpsalms innehalten.
Standort
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