Reihenhaussiedlung · Bern

Halen

Fünf junge Architekten bauen zwischen 1955 und 1962 in Herrenschwanden eine terrassierte Reihenhaussiedlung oberhalb der Aare.

Abgeleitete Illustration, von Swiss Highlights aus einer frei lizenzierten Fotografie erstellt.

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Die Siedlung Halen liegt in einer Waldlichtung bei Herrenschwanden, in der Gemeinde Kirchlindach, oberhalb der Aare und der Halenbrücke, wenige Kilometer nördlich von Bern. Das von fünf jungen Architekten gegründete Büro Atelier 5 baut sie zwischen 1955 und 1962: 78 Wohnungen und 5 Ateliers, verteilt auf drei Zeilen terrassierter Reihenhäuser, ergänzt durch gemeinschaftliche Einrichtungen.

Die Häuser sind in Schottenbauweise errichtet, einer Konstruktion mit tragenden Querwänden, die den Innenausbau völlig frei lässt. Jedes Haus öffnet sich mit grossen Fensterfronten nach Süden und besitzt zur nördlichen Eingangsseite einen abschliessbaren Patio; Mauern trennen die benachbarten Gärten. Der Sichtbeton bleibt an Wänden und Decken roh; die Böden der halbaussenliegenden Bereiche sind aus Waschbeton, jene der Wohnräume aus einem eigens entwickelten Eichen-Würfelmosaikparkett.

Der Zugang erfolgt über autofreie öffentliche Wege mit überdachten Laubengängen; der Dorfplatz unter Platanen vereint einen Laden und Gemeinschaftsräume. Die lange verschollene Plastik Halegeist von Bernhard Luginbühl steht dort wieder. Ein Sportplatz und ein Schwimmbad liegen oberhalb, am Waldrand.

Die Siedlung Halen gilt als Kulturgut von nationaler Bedeutung und ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) verzeichnet. Fünfzig Jahre nach dem Bau bewohnen die Enkelkinder der ersten Bewohner die in die Jahre gekommenen Häuser, deren Flachdächer, Fassaden und Heizungsanlage noch saniert werden müssen.

Warum dieser Ort bemerkenswert ist

Fünf Architekten, kaum dem Studium entwachsen und im Büro Atelier 5 vereint, bauen zwischen 1955 und 1962 eine Siedlung mit 78 Wohnungen und 5 Ateliers, die sich bewusst gegen die damals um Bern ausufernde Einfamilienhaus-Zersiedelung stellt. Sichtbeton, Flachdächer, terrassierte Reihenhäuser in einer Waldlichtung oberhalb der Aare: Die Siedlung Halen wird zu einer international beachteten Referenz des Strukturalismus und gilt als Kulturgut von nationaler Bedeutung.

Geschichte und Ursprung

Anfang der 1950er Jahre wächst der Wohnraumbedarf in der Schweiz rasch und wird vor allem durch Einfamilienhaussiedlungen gedeckt, die viel Land beanspruchen. Fünf junge Architekten des neu gegründeten Büros Atelier 5, geprägt durch ihre Arbeit bei Hans Brechbühler und durch Vertreter der Neuen Sachlichkeit — Otto Rudolf Salvisberg, Le Corbusier —, setzen dieser Entwicklung ein dichtes Projekt entgegen, inspiriert von der Berner Altstadt und von Le Corbusiers Entwürfen für La Sainte-Baume und Roq et Rob. Das Grundstück wird 1955 erworben, die Baubewilligung 1956 erteilt; die Architekten übernehmen selbst Beratung und Verkauf an die Käufer, die mit dem Kauf Miteigentümer der Gemeinschaftsanlagen werden. Die letzte Einheit wird 1963 verkauft. Eine englischsprachige Quelle nennt leicht abweichende Zahlen — 82 zwischen 1957 und 1961 gebaute Häuser —, eine Abweichung, die im Rahmen dieses Lane-Auftrags nicht zu klären ist.

Was man tun und sehen kann

  • Zu Fuss die autofreien Laubengänge und Wege der drei terrassierten Reihenhauszeilen am Hang begehen.
  • Die Schottenbauweise beobachten: quer verlaufende tragende Wände, grosse verglaste Öffnungen nach Süden, verschliessbare Patios auf der Nordseite.
  • Am Dorfplatz unter den Platanen verweilen, wo die Skulptur Halegeist von Bernhard Luginbühl wieder steht.

Mit der Familie kommen: was zu wissen ist

  • Der Zugang erfolgt ausschliesslich über autofreie Fusswege, was den motorisierten Verkehr innerhalb der Siedlung begrenzt.

Als Paar

  • Entlang der Laubengänge zwischen den Reihenhauszeilen gehen, mit sichtbarem Sichtbeton an Wänden und Decken.
  • Die Skulptur Halegeist von Bernhard Luginbühl auf dem Dorfplatz suchen.
  • Die Lichtung über der Aare betrachten, in die sich die Siedlung seit 1955-1962 einfügt.

Standort

Lädt auf Wunsch eine interaktive Google-Maps-Ansicht anhand der geprüften Koordinaten des Ortes.

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