Cluniazenserdorf · Waadt

Romainmôtier

Um das älteste Kloster der Schweiz ein Waadtländer Dorf, entstanden aus einer Gründung des 5. Jahrhunderts und einer 1537 reformierten romanischen Kirche.

Abgeleitete Illustration, von Swiss Highlights aus einer frei lizenzierten Fotografie erstellt.

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Romainmôtier liegt in einer Falte des Waadtländer Juras: ein paar abschüssige Gassen, Brunnen, Steinhäuser, eng um eine einzige Masse gedrängt — die ehemalige Abteikirche St. Peter und Paul. Die Kirche beherrscht alles: ein nackter Giebel, von Blendarkaden gegliedert, ein romanisches Schiff, von einem schrägen Strebepfeiler gestützt, ein viereckiger Turm mit gekuppelten Schallöffnungen unter einem Helm, eine später an die Flanke gesetzte Galerie gotischer Bögen. Der Name sagt die Herkunft: Romanum monasterium, das Kloster des heiligen Romanus, dessen Folge das Dorf lediglich ist.

Das Kloster wurde in der Mitte des 5. Jahrhunderts von den Juravätern gegründet, dem heiligen Romanus und seinem Bruder Lupicinus; es ist das älteste der Schweiz. 753 weihte Papst Stephan II. es und gab ihm den Namen römisches Kloster, womit es jeder königlichen und bischöflichen Gewalt entzogen war. Um 929 übergab Gräfin Adelheid es Odo, dem Abt von Cluny, und die heute sichtbare Kirche — eines der ältesten romanischen Bauwerke des Landes — entstand in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts unter Abt Odilo.

Die Reformation änderte den Gebrauch, ohne die Steine zu tilgen: 1537 wurde die Abteikirche reformierter Tempel und das Priorat im selben Jahr Sitz der Landvogtei. Man nennt es heute Schloss von Romainmôtier; sein mittelalterlicher Kern, im 16. und 17. Jahrhundert stark umgebaut, bewahrt ein rundbogiges Portal mit der Jahreszahl 1605, einen Renaissancesaal mit profilierter Decke und Reste von Wandmalereien des 13. und 14. Jahrhunderts. Das Dorf ist keine eigene Gemeinde mehr: 1970 schloss es sich mit Envy zu Romainmôtier-Envy zusammen, 560 Einwohner Ende 2024, dessen Gebiet zu zwei Dritteln bewaldet ist.

Warum dieser Ort bemerkenswert ist

Das Bemerkenswerte ist die Kontinuität eines einzigen Ortes: eine Klostergründung des 5. Jahrhunderts — die älteste der Schweiz —, eine romanische Abteikirche des 11. Jahrhunderts, die zu den ältesten Bauten dieses Stils im Land zählt, ein reformierter Tempel seit 1537 und ein Dorf, das nie etwas anderes war als das, was sich darum herum baute. Die Abteikirche, eine cluniazensische Stätte, ist als Kulturgut von nationaler Bedeutung verzeichnet.

Geschichte und Ursprung

Die Geschichte des Ortes liest sich als Folge wechselnder Herrschaften. Gründung durch die Juraväter im 5. Jahrhundert; Erneuerung im 7. Jahrhundert unter dem Einfluss des irischen Mönchtums des heiligen Columban; päpstliche Weihe 753; Übergang an Cluny um 929; Bau der romanischen Kirche im 11. Jahrhundert; dann, mit der Reformation, Umwandlung in Tempel und Vogteisitz 1537. Die heutige Gemeinde entstand 1970 aus dem Zusammenschluss von Romainmôtier und Envy; der Name Envy ist 1216 als Envi belegt, wohl vom lateinischen in via, « an der Strasse ».

Was man tun und sehen kann

  • Die Abteikirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul betrachten: kahler Giebel mit Blendarkaden, romanisches Schiff, quadratischer Glockenturm mit Zwillingsöffnungen und eine später hinzugefügte gotische Arkadengalerie.
  • Den abschüssigen Gassen und Brunnen des Dorfes folgen, die sich eng um die einzige Masse der Kirche zusammenziehen.
  • Das Schloss von Romainmôtier besichtigen, das einstige Priorenhaus, das 1537 zum Vogteisitz wurde, mit seinem auf 1605 datierten Portal und seinem Renaissancesaal mit stuckierter Decke.
  • Im Schloss nach den Resten von Wandmalereien aus dem 13. und 14. Jahrhundert suchen.

Mit der Familie kommen: was zu wissen ist

  • Das Dorf lädt zu einem Spaziergang durch abschüssige, gepflasterte Gassen ein.

Als Paar

  • Sich vor dem rundbogigen, auf 1605 datierten Portal des Schlosses Zeit nehmen.
  • Die Schlichtheit der romanischen Abteikirche aus dem 11. Jahrhundert mit dem später hinzugefügten gotischen Bogengang vergleichen.
  • Bis zum Waldrand spazieren, denn die fusionierte Gemeinde Romainmôtier-Envy ist zu zwei Dritteln bewaldet.

Standort

Lädt auf Wunsch eine interaktive Google-Maps-Ansicht anhand der geprüften Koordinaten des Ortes.

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