Dorf und Garten · Baselland
Arlesheim
Bezirkshauptort in Baselland, wo ein Domherrenplatz des 17. Jahrhunderts an die Ermitage grenzt, den grössten englischen Landschaftsgarten der Schweiz.
Arlesheim liegt zwischen der Birs und dem Gempenplateau, mitten im Birseck, und ist Hauptort des gleichnamigen Baselbieter Bezirks. Der Mittelpunkt des Dorfs ist keine Strasse, sondern ein Platz: jener, den die Domherren des Basler Domkapitels anlegen liessen, als sie 1679 aus Freiburg im Breisgau kamen. Ihre Domkirche und ihre Häuser schliessen ihn. Die Pläne stammen von Jakob Engel, einem Architekten aus Mesocco; die Residenz entstand zwischen 1679 und 1692, der Platz selbst zwischen 1679 und 1687.
Das Innere der Domkirche wurde zwischen 1759 und 1761 von Franz Anton Bagnato umgestaltet. Giuseppe Appiani malte Wände, Decken und Altäre; Francesco Pozzi führte die Stuckaturen nach einem Modell von Johann Michael Feuchtmayer aus; die Orgel stammt von Johann Andreas Silbermann. Am Dorfrand markieren der Andlauerhof, ein Adelssitz von 1616, und die Ruine der Burg Birseck, deren Ursprünge ins 13. Jahrhundert zurückreichen, den Eingang zum bewaldeten Gelände.
Die Ermitage umfasst rund vierzig Hektaren und ist damit der grösste englische Landschaftsgarten der Schweiz. Balbina von Andlau-Staal und ihr Cousin, Domherr Heinrich von Ligerz, gaben den Anstoss dazu; eröffnet wurde sie am 28. Juni 1785. Grotten, Weiher und Wege bilden einen bewusst geführten Rundgang, und in einer der Höhlen wurde die älteste bekannte neolithische Bestattung der Schweiz ausgegraben. Ende 1792 brannte ein Teil der Anlage, 1793 zerstörten französische Truppen den Rest fast vollständig; was man heute durchwandert, stammt im Wesentlichen aus dem Wiederaufbau, den Balbinas Sohn Conrad von Andlau ab 1812 mit Hilfe von Ligerz betrieb.
Warum dieser Ort bemerkenswert ist
Zwei Gesten derselben Epoche liegen hier wenige Gehminuten auseinander: ein ab 1679 in einem Zug entworfener Domherrenplatz und ein vierzig Hektaren grosser Landschaftsgarten, 1785 eröffnet und der grösste seiner englischen Art im Land. Der zweite wurde 1793 zerstört und ab 1812 wieder aufgebaut, weshalb man dort weniger eine Kulisse der Aufklärung liest als eine Rekonstruktion des frühen 19. Jahrhunderts.
Geschichte und Ursprung
Der Boden ist seit dem Paläolithikum besiedelt: In den Höhlen der Ermitage und des Hollenbergs kamen Skelette, Werkzeuge, Mahlsteine und Schmuck zum Vorschein. 1239 wird der Ort unter der Schreibweise Arlisheim dem Bistum Basel zugeordnet. Die Burgen Birseck und Reichenstein werden vom Basler Erdbeben von 1356 zerstört und danach wieder aufgebaut. 1679 lässt sich das Domkapitel nieder. 1815 kommt die Gemeinde durch den Wiener Kongress zur Schweiz und wird 1833 bei der Gründung des Halbkantons Basel-Landschaft Bezirkshauptort. Seit September 1999 steht die Ermitage im kantonalen Inventar der geschützten Naturobjekte.
Was man tun und sehen kann
- Den Platz entdecken, den die Chorherren des Basler Domkapitels ab 1679 anlegten, umschlossen von ihrer Stiftskirche und ihren Häusern.
- In der Stiftskirche die Gemälde von Giuseppe Appiani, die Stuckaturen von Francesco Pozzi und die Orgel von Johann Andreas Silbermann betrachten.
- Im Ermitage spazieren gehen, vierzig Hektar englischer Landschaftsgarten, 1785 eröffnet, zwischen Grotten und Teichen.
- Die Ruine des Schlosses Birseck erreichen, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, am Eingang des bewaldeten Anwesens.
Mit der Familie kommen: was zu wissen ist
- Die vierzig Hektar Wege, Grotten und Teiche der Ermitage bieten ein weites Spaziergangsgelände, ohne Hinweis auf besondere Einrichtungen für kleine Kinder.
Als Paar
- Auf den Wegen der Ermitage zwischen Grotten und Teichen wandern, für einen Landschaftsspaziergang auf vierzig Hektar.
- Auf dem Platz der Chorherren verweilen, der ab 1679 aus einem Guss angelegt wurde.
- Gemeinsam das Innere der Stiftskirche bewundern, zwischen Gemälden, Stuckaturen und Silbermann-Orgel.
Standort
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