Baudenkmal · Dornach, Solothurn

Goetheanum

Auf einem Hügel in Dornach südlich von Basel, der von Rudolf Steiner entworfene Stahlbetonbau der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft.

Abgeleitete Illustration, von Swiss Highlights aus einer frei lizenzierten Fotografie erstellt.

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Das Goetheanum steht auf einem Hügel in Dornach, 10 Kilometer südlich von Basel. Es beherbergt die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft und die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft, beide von Rudolf Steiner gegründet, der dem Ort in Anlehnung an das Werk des Dichters den Namen Goethes gab. Um einen grossen Theatersaal gruppieren sich eine öffentliche Bibliothek, eine Buchhandlung, Kurs- und Vortragsräume; hier werden weiterhin Gesamtaufführungen des Faust gegeben, dazu Konzerte und Eurythmieaufführungen, und jährlich finden mehrere Tagungen statt.

Der Bau, den man sieht, ist der zweite. Der erste, dessen Grundstein am 20. September 1913 gelegt wurde, war ein Holzbau mit Doppelkuppel, 80 Meter auf 60 im Grundriss und 34 Meter hoch, für rund 900 Zuschauer geplant; Angehörige von siebzehn damals verfeindeten Nationen arbeiteten gemeinsam an seiner Errichtung. Er wurde im September 1920 eingeweiht, innen noch unvollendet, und in der Silvesternacht durch Brandstiftung zerstört: Am Neujahrsmorgen 1923 standen nur noch die Betonfundamente.

Rudolf Steiner entwarf den Nachfolgebau im März 1924; der Stahlbetonbau entstand von 1925 bis 1928. Das Gebäude misst 85 Meter auf 91 an der Basis bei 37 Metern Höhe und war das erste Bauwerk dieser Grösse aus diesem Material. Roh eingeweiht, wurde es nur etappenweise fertiggestellt: Der grosse Saal im Obergeschoss blieb bis 1957 unvollendet, wurde ab August 1996 umgestaltet und an Ostern 1998 eingeweiht. Er fasst 1000 Personen; ein zweiter Saal im Erdgeschoss, der Grundsteinsaal, nimmt 450 auf.

Zwei Werke ziehen sich durch diese Geschichte. Zuerst die Glasfenster: in Schraffurtechnik graviert, entsteht das Motiv aus der wechselnden Dicke des farbigen Glases, sodass die Zeichnung nur im durchfallenden Licht lesbar wird; Assja Turgenieff führte jene des zweiten Baus aus. Dann die Holzplastik des Menschheitsrepräsentanten, 9,50 Meter hoch und rund zwanzig Tonnen schwer, von Edith Maryon und Rudolf Steiner: Sie entging dem Brand, weil sie noch nicht aufgestellt war.

Warum dieser Ort bemerkenswert ist

Das zweite Goetheanum ist das erste monumentale Bauwerk aus Stahlbeton: 85 Meter auf 91 an der Basis, 37 Meter hoch, eine gegossene Masse, deren Ecken Kurven und deren Öffnungen unregelmässige Formen sind. Es entstand als Antwort auf eine Brandstiftung, an genau der Stelle des Holzbaus, den es ersetzt, und brauchte siebzig Jahre bis zur Vollendung, von 1928 bis 1998.

Geschichte und Ursprung

Das Vorhaben zielte nicht auf Dornach. Die Aufführungen der anthroposophischen Bewegung fanden in gemieteten Sälen statt, namentlich zwischen 1910 und 1913 in München, und dort sollte ein eigenes Theater entstehen; baurechtliche und administrative Gründe verhinderten es. Mitglieder der Gesellschaft boten Rudolf Steiner daraufhin ein Grundstück auf einem Hügel in Dornach bei Basel an, und der Münchner Entwurf wurde an die neue Umgebung angepasst.

Was man tun und sehen kann

  • Das von Rudolf Steiner entworfene Stahlbetongebäude betrachten, den ersten Bau dieser Grösse in diesem Material, mit seinen Kurven und unregelmässigen Formen.
  • Die nach der Technik der Schraffurzeichnung gravierten Glasfenster entdecken, ausgeführt von Assia Turgenieff, deren Motiv sich erst im hindurchfallenden Licht zeigt.
  • Nach der 9,50 Meter hohen Skulpturengruppe des Menschheitsrepräsentanten suchen, geschaffen von Edith Maryon und Rudolf Steiner.

Als Paar

  • Gemeinsam den Dornacher Hügel vom Goetheanum aus bewundern, einem zwischen 1925 und 1928 errichteten Stahlbetonbau.
  • Bei den von Assia Turgenieff gravierten Glasfenstern verweilen, deren Zeichnung erst durch das Licht sichtbar wird.
  • Nach der Skulpturengruppe des Menschheitsrepräsentanten suchen, die dem Brand des ersten Gebäudes 1922-1923 entging, weil sie noch nicht aufgestellt war.

Standort

Lädt auf Wunsch eine interaktive Google-Maps-Ansicht anhand der geprüften Koordinaten des Ortes.

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