Dorf · Appenzell Ausserrhoden

Trogen

Ein Flecken aus Kaufmannspalästen und kantonalen Gerichten, einstiger Hauptort von Appenzell Ausserrhoden rund um einen Landsgemeindeplatz.

Abgeleitete Illustration, von Swiss Highlights aus einer frei lizenzierten Fotografie erstellt.

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Trogen liegt im Appenzeller Mittelland, auf 10,02 km², die von der auf Gemeindegebiet entspringenden Goldach durchflossen werden. Die an Gais, Bühler, Speicher, Rehetobel und Wald in Ausserrhoden, an Altstätten im Kanton St. Gallen sowie an Oberegg in Innerrhoden grenzende Gemeinde zählte am 31. Dezember 2024 1877 Einwohner bei einer Dichte von 187 Personen je km². Sie bleibt Sitz der kantonalen Gerichte — Obergericht, Kantonsgericht, Verwaltungsgericht und Jugendgericht —, obwohl Regierung und Verwaltung nach Herisau gezogen sind.

Der 1168 als Trugin erstmals genannte Ort schliesst sich 1401 dem Bund der Gotteshausleute an und trägt 1403 zu deren Sieg bei Vögelinsegg über die äbtisch-habsburgischen Truppen bei. Der Frieden von 1429, der die Appenzellerkriege beendet, lässt die Rhode Trogen entstehen; 1525 wird dort die Reformation eingeführt. Als sich das Land Appenzell 1597 teilt, wird Trogen Hauptort des neuen Kantons Appenzell Ausserrhoden und bleibt es bis zur Abschaffung der zweijährlichen Landsgemeinde 1997.

Vom 16. Jahrhundert bis zur Industrialisierung werden mehrere Familien in Trogen durch den Handel mit Leinwand und Stickereien wohlhabend; die Familie Zellweger, die ab 1667 mit Leinwand, Rohbaumwolle und bedruckten Baumwolltuchen ein Vermögen macht, hinterlässt die meisten Spuren, bevor ihre letzte Handelsfirma 1817 in Konkurs geht. Rund um den Landsgemeindeplatz stehen die zwischen 1747 und 1809 erbauten Zellweger-„Paläste“, heute als Kulturgüter von nationaler Bedeutung geschützt. Der 1760 erbaute zweite Steinpalast ist ein Werk von Hans Ulrich Grubenmann (1709-1783), dem auch das Gemeindehaus und der Sonnenhof zugeschrieben werden; die von ihm 1779-1782 erbaute reformierte Kirche bleibt sein letztes Werk. Der Platz selbst wurde zwischen 2019 und seiner Einweihung im Juni 2021 erneuert.

Trogen ist zudem 1889 Geburtsort der Malerin, Bildhauerin und Tänzerin Sophie Taeuber-Arp, die 1943 starb. Der Ort, der das nach dem Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi benannte Kinderdorf Pestalozzi beherbergt, gehört der Vereinigung Les Plus Beaux Villages de Suisse an und bildet den Endpunkt der Appenzeller Bahnlinie zwischen Appenzell, St. Gallen und Trogen, die das Dorf seit 1903 bedient.

Warum dieser Ort bemerkenswert ist

Wenige Appenzeller Flecken vereinen so viele Zeichen eines einstigen Hauptorts: die Kaufmannspaläste, die die Zellweger zwischen 1747 und 1809 rund um den Landsgemeindeplatz errichten liessen, wo die Rhode Trogen bis 1997 alle zwei Jahre zusammenkam, sowie die reformierte Kirche von 1779-1782, das letzte Werk des Architekten Hans Ulrich Grubenmann. Als Hauptort von Appenzell Ausserrhoden seit der Teilung von 1597 beherbergt Trogen bis heute die kantonalen Gerichte.

Geschichte und Ursprung

Der 1168 als Trugin genannte Ort schliesst sich 1401 dem Bund der Gotteshausleute an und trägt 1403 zum Sieg bei Vögelinsegg bei. Der Frieden von 1429 lässt die Rhode Trogen entstehen; 1525 wird dort die Reformation eingeführt. Bei der Teilung des Landes Appenzell 1597 wird Trogen Hauptort von Ausserrhoden und Ort der zweijährlichen Landsgemeinde, die bis zu ihrer Abschaffung 1997 dort tagt. Zwischen 1747 und 1809 lässt die seit 1667 durch den Textilhandel reich gewordene Familie Zellweger rund um den Platz die heute als Kulturgüter von nationaler Bedeutung geschützten Paläste bauen; Architekt Hans Ulrich Grubenmann (1709-1783) errichtet dort 1760 den zweiten Steinpalast und danach die 1782 vollendete reformierte Kirche, sein letztes Werk.

Was man tun und sehen kann

  • Die zwischen 1747 und 1809 rund um den zwischen 2019 und 2021 sanierten Landsgemeindeplatz erbauten Zellweger-Paläste besichtigen.
  • Den zweiten Steinpalast von 1760 und die reformierte Kirche von 1779-1782 entdecken, zwei Werke des Architekten Hans Ulrich Grubenmann.
  • Mit den Appenzeller Bahnen bis nach Trogen fahren, dem seit 1903 bedienten Endpunkt der Linie von Appenzell und St. Gallen.
  • Sich auf dem Platz daran erinnern, dass die zweijährliche Landsgemeinde von Appenzell Ausserrhoden hier bis 1997 abgehalten wurde.

Als Paar

  • Um den Landsgemeindeplatz schlendern, umgeben von den Handelspalästen der Zellweger.
  • Bei der reformierten Kirche von 1779-1782 innehalten, dem letzten Werk des Architekten Hans Ulrich Grubenmann.
  • Mit den Appenzeller Bahnen bis zum Endpunkt Trogen fahren.
  • Sucht gemeinsam das Geburtshaus der Malerin Sophie Taeuber-Arp, die 1889 in Trogen zur Welt kam.

Standort

Lädt auf Wunsch eine interaktive Google-Maps-Ansicht anhand der geprüften Koordinaten des Ortes.

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